Interreg-Projekt Vogelwarte II (2016 bis 2021)

Das erfolgreiche Interreg-Projekt Vogelwarte wurde mit dem Interreg-Projekt AT-HU2 Vogelwarte Madárvárta II fortgesetzt. Im Fokus lag nun die Zusammenarbeit von ungarischen und österreichischen Biologen, der Abgleich von gemeinsam angewandten Methoden und der Wissensaustausch über die Grenze hinweg.

In der Projektphase 2018 standen die Forschungsbereiche Vogelmonitoring im Schilfgürtel und Vogelberingung, sowie die vielfältigen Erhebungen der Evertebratenfauna an Land und im Wasser sowie die kontinuierliche Erfassung limnologischer Daten im Projektgebiet, rund um den Neusiedler See, im Mittelpunkt. Als Projektpartner waren die benachbarten Nationalparks Neusiedler See- Seewinkel und Fertő-Hanság, das Centre for Ecological Research, Hungarian Academy of Sciences, die Biologische Station Neusiedler See, Illmitz, und der Wasser Cluster Lunz involviert. Für die fortlaufende Forschung standen dem Projekt EUR 2.227.905,40 für den Zeitraum von Juli 2016 bis April 2021 zur Verfügung, die Biologische Station war mit rund EUR 540.000.- gemeinsam mit externen Dienstleistern beteiligt.

Während drei internationaler „Neusiedler See Forschungstage“ kam es zu einem regen Austausch der Biologen aller Partnerorganisationen. Ein Schwerpunkt der ornithologischen Erhebungen war das Graugänse-Monitoring. Hier wurde einerseits mit Beringung, andererseits mit dem Monitoring per GPS-Sendern das Zugverhalten, aber auch die Habitatnutzung, rund um den See verfolgt. Durch die fortgesetzte Beringung im Schilfgürtel wurde die Populationsdynamik weiterer Vogelgesellschaften beobachtet. In der letzten Saison zeigte diese Methode einen Rückgang bei einigen Wasser- und Watvogelarten.

Bezüglich der terrestrischen Evertebratenfauna wurde die Verbreitung der wenige Millimeter großen Landschnecke Vertigo angustior und Schmetterlingsvertretern aus der Gattung Maculinea (Ameisenbläulinge) und der Arten Lignyoptera fumidaria und Chondrosoma fiduciaria (Steppenfrostspanner) untersucht. Diese Arten sind an die einzigartigen Lebensräume rund um den Neusiedler See angepasst und von deren Erhaltung abhängig. Auch die untersuchte Kleinkrebsart Branchinecta orientalis ist auf den Extremstandort Sodalacke angewiesen, der ebenfalls bedroht ist. Vom laufenden Verschwinden der Lacken des Seewinkels konnten auch einige Experten berichten. Um diese Entwicklungen im Detail zu verfolgen, wurden Online-Messstationen im Neusiedler See und den umgebenden Lacken eingerichtet. Diese Sonden geben laufend Auskunft über wichtige Parameter, wie Temperatur, pH-Wert, Wasserstand, Leitfähigkeit usw. und lassen Trends verfolgen.