Die Institution

Seit mehr als 70 Jahren erbringt das kompetente Expertenteam der Biologischen Station eine Vielzahl umweltrelevanter Forschungs- und Dienstleistungen im Auftrag des Landes Burgenland. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Mitarbeit bei grenzüberschreitenden Forschungsprojekten in der Nationalpark-Region dar. Für ökologische Langzeitforschung im Seewinkel bildet die Biologische Station eine internationale Plattform (LTSER Plattform Neusiedler See).

Die Biologische Station …

  • ist als Prüf- und Inspektionsstelle für Trink- und Badewasser sowie als Inspektionsstelle für Trinkwasserversorgungsanlagen im Burgenland akkreditiert.
  • leistet gewässerökologische, chemische und mikrobiologische Messungen an vielen burgenländischen Still- und Fließgewässern, insbesondere am Neusiedler See und den Salzlacken.
  • erstellt Gutachten im Rahmen der Amtssachverständigentätigkeit zur Umsetzung der Materierechte in den Bereichen Wasserrecht, Bäderhygiene sowie Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz.
  • wickelt angewandte regionale, nationale und internationale naturkundliche Forschungsprojekte ab.
  • ist ein Aus- und Weiterbildungszentrum für Natur- und Umweltforschung.
  • führt Wissensmanagement und Veröffentlichungen in der Natur- und Umweltforschung durch.

Die Biologische Station Neusiedler See ist eine nachgeordnete Dienststelle der für Naturschutz zuständigen Abteilung des Amts der Burgenländischen Landesregierung. Die Station verfügt über ein eigenes Statut. Sie untersteht der/dem Naturschutzreferentin/en der Burgenländischen Landesregierung. Die Verwaltungskontrolle und Personalaufsicht obliegt der Abteilung 4 – Ländliche Entwicklung, Agrarwesen, Natur- und Klimaschutz des Amts der Burgenländischen Landesregierung, die Finanzgebarung wird durch die Landesbuchhaltung wahrgenommen.

Die Infrastruktur der Institution

  • Chemielabor – akkreditiert
  • Mikrobiologie-Labor – akkreditiert
  • Universallabor für chemische, mikrobiologische und limnologische Forschung
  • Umfangreiche und aktuelle Bibliothek zur Limnologie, Ornithologie, Botanik und Heimatkunde des pannonischen Raums, sowie eine Kartensammlung
  • Herbarium mit 27.000 Exponaten, eine entomologische Leihsammlung, eine Molusken-Sammlung
  • Mikroskopier- und Forschungsraum für bis zu 19 Personen
  • Vortragssaal für bis zu 60 Personen
  • Beobachtungsplattform am Flachdach
  • Nächtigungsmöglichkeit mit Sanitäreinrichtungen für bis zu 12 Personen
  • Teeküche und Aufenthaltsraum für bis zu 19 Personen
  • Probennahmboote für Forschung am Neusiedler See
  • Geländewagen Pickup 4×4
  • Alle Räumlichkeiten verfügen über WLAN und Internetanschlüsse

Knowhow-Entwicklung an der Biologischen Station

Folgende Themen sind für die Biologische Station von hohem Interesse:

  • Management von terrestrischen Neophyten (Goldrute, Robinie, Götterbaum, Ragweed)  und Neozoa in der Kulturlandschaft und in Schutzgebieten.
  • Nachhaltige Nutzung und Management von Schilf unter Berücksichtigung von naturtouristischen, wirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Rahmenbedingungen.
  • Umsetzung von Natura 2000 durch Einbindung von lokalen Entscheidungsträgern und der Bevölkerung.
  • Umsetzungsmodelle für Naturschutzmaßnahmen bei immer knapper werdenden finanziellen Ressourcen.
  • Innovative Methoden für die Erhaltung einer positiven Wasserbilanz im Einzugsgebiet des Neusiedler Sees – Bewässerungssysteme, Stausysteme, Dotationen.
  • Stoffhaushalt bzw. Stoffbilanzen zwischen Schilfflächen und Freiwasserzonen in Flachwasserseen.
  • Hygienische Risiken von Flachwasserseen sowie Änderungen der Fauna und Flora bei Klimaerwärmung – Präventiv- und Detektionsmaßnahmen.
  • Automatisierbare Detektionsmethoden für hygienisch relevanten Keime aus Flachwasserseen – Technische Realisierbarkeit.
  • Entwicklung von Sensorik-Systemen zur Detektion von chemischen und chemophysikalischen Parametern
  • Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und Erfahrungen für die Errichtung eines Kompetenzzentrums für Ressourcenerhaltung

Die Know-How-Entwicklung und Projektanträge zu diesen Schwerpunkten werden seitens der Station gerne unterstützt.

Lage und Ausstattung

Struktur der Institution

Die Biologische Station befindet sich in der burgenländischen Marktgemeinde Illmitz und liegt im Seevorgelände des Neusiedler Sees. Sie ist eine nachgeordnete Dienststelle des Amts der Burgenländischen Landesregierung, Abteilung 4 – Ländliche Entwicklung, Agrarwesen, Natur- und Klimaschutz, Hauptreferat Natur-, Klima- und Umweltschutz. Das Institut baut auf eine über 70-jährige Erfahrung und erfüllt heute wesentliche Aufgaben für das gesamte Land Burgenland und – darüber hinausgehend – grenzüberschreitend für die Pannonische Region (West-Slowakei und West-Ungarn: angewandte sektorübergreifende naturkundliche Forschung).

Aufgabenbereiche

Nach dem Wasserrechtsgesetz, dem Bäderhygienegesetz und dem Lebensmittelgesetz erfolgen durch die akkreditierte Prüf- und Inspektionsstelle Biologische Station regelmäßige Beprobungen technischer Anlagen (v.a. Wasserwerke, Bäder, etc.) und die Erstellung von fachspezifischen Gutachten entsprechend den Laborergebnissen dieser gezogenen Proben.

Somit liefert das akkreditierte Labor die chemischen und mikrobiologischen Untersuchungen bei Trinkwässern, Schwimm- und Hallenbädern, Badeseen, Teichen, Brunnen und Whirlpoolanlagen gemäß Methodenliste. Über 5000 Proben werden pro Jahr untersucht. Ein besonderes Augenmerk wird auf die Wasserqualität des Neusiedler Sees gelegt, wobei insbesondere die Strandbäder laufend kontrolliert werden.

Die Biologische Station trägt durch naturkundliche Forschungs- und Projektarbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft und der schutzwürdigen Gebiete des Burgenlandes bei. Als Kooperationspartner des Nationalparks unterstützt sie auch die Umsetzung von Nationalpark-Forschungsprojekten. Diese Arbeiten erfolgen in langjähriger Kooperation mit Universitäten aus Österreich und dem mitteleuropäischen Raum, spezialisierten Instituten, Technischen Büros sowie einzelnen Experten. Durch Zusammenarbeit kommt es zu einem interkulturellen Austausch und einem Know-How-Transfer.

Ziele und Vision

Inhaltliches Ziel der Biologischen Station ist es, in den kommenden Jahren den internationalen Austausch zu intensivieren und für den Pannonischen Raum zu einem Kompetenzzentrum punkto Ressourcenerhaltung (Trink-, Grund-, Oberflächen-, Seewasser, sowie Natur- und Lebensräume) und dem dafür notwendigen Management heranzuwachsen.

Lage

Die Station liegt im Herzen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel. Alle charakteristischen Landschaftstypen sind im Umkreis von max. 1 km „vor der Haustür“ zu finden: Neusiedler See Freiwasser – Schilfgürtel – Seevorgelände – Hutweide – Mähwiesen – Salzlacken – Waldabschnitte – Weingärten, Äcker, Brachen  – Tierkoppeln. Die Station ist von Illmitz aus über eine 1,5 km lange asphaltierte Stichstraße von der Illmitzer Seestraße aus zu erreichen. Die Biologische Station verfügt über einen direkten Seezugang über einen 1 km langen Kanal.

Miete von Räumlichkeiten

Teile der Räumlichkeiten und der Infrastruktur der Biologischen Station sind für naturwissenschaftliche Seminare, Vorträge, Kongresse und Kurse für einen Unkostenersatz zu mieten. Alle Räume sind mit einer kontrollierten Wohnraumlüftung ausgestattet und verfügen über WLAN.

Der Umfang umfasst folgende Räume und Inventar:

  • Seminarraum (35m2, Kapazität: bis zu 19 Personen, Beamer, TV, 4 Tischgruppen für je 4 Personen, 220V, LAN und Fließwasser am Tisch)
  • Vortragssaal (90m2, Kapazität: bis zu 60 Personen, Beamer, EDV, LAN, WLAN, Tischgruppen und Bestuhlung nach Bedarf)
  • Labor (35m2, Kapazität: bis zu 6 Personen, Abzug, -80°C Freezer, -20°C Freezer, +4°C Refrigerator, Osmosewasser, Laborspülmaschine, 2 Kühlzentrifugen, Sterilwerkbank, Wägetisch mit Feinwaage, Wasseranschluss mit Schlemmtopf, Chemikalienschränke, Mikroskope)
  • 2 Forschungsbüros (je ca. 16m2, Kapazität: bis zu 4 Personen, LAN, Starkstrom, Fließwasser)
  • Teeküche und Aufenthaltsraum (24m2, Kapazität: bis zu 19 Personen, komplette Küchen mit Herd, Backrohr, Geschirrspüler, Kühlschrank; LAN, 220V; Tischgruppe nach Bedarf für bis zu 20 Personen)
  • Forschungsplattform am Dach (40m2, 22V, LAN, Beleuchtung, erreichbar über Außentreppe und Innenaufzug)
  • Steganlage am Neusiedler See mit Forschungshütte (5m2, 220V, -20°C Freezer)
  • 3 Zimmer mit Nächtigungsmöglichkeit (je 16m2, je max. 4 Personen [ somit insgesamt 12 Personen], LAN, 220V, Waschbecken, Dusche)
  • Forschungsboote mit Elektroantrieb oder Verbrennungsmotor

Für Mietvorhaben richten Sie Ihre Anfrage an post.bs-illmitz@bgld.gv.at

Die geschichtliche Entwicklung der Biologischen Station

Bereits in den 1930er-Jahren war es ein wesentliches Anliegen der Wissenschaft und Politik im international bedeutsamen Naturraum des Neusiedler Sees ein dementsprechend ausgestattetes Forschungsinstitut zu etablieren.

Der Vorläufer des heutigen Instituts war ein Holzbau auf Piloten im Schilfgürtel westlich der Bezirkshauptstadt Neusiedl am See, der 1950 errichtet wurde. Ein Brand beendete 1960 jäh diese erste Gründungsphase. Bald danach entschloss sich die Burgenländische Landesregierung zur Neuerrichtung einer Biologischen Station in Massivbauweise.

Auf Empfehlung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften hin wurde 1971 das Seevorgelände westlich von Illmitz als Standort gewählt, welcher sich durch einen eigenen Seezugang auszeichnet. Die Station befindet sich heute inmitten des ökologisch sensibelsten und naturwissenschaftlich wertvollsten Gebiets des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel. Auf einer Nutzfläche von über 1.600 m2 verfügt die Station u.a. über mehrere Laboratorien für chemische, mikrobielle und naturkundliche Fragestellungen und Kursräume, sowie wissenschaftliche Infrastruktur.

BiologischeStationNeusiedlSee