Fischökologisches Monitoring

Der Neusiedler See ist ein äußerst komplexes limnologisches System, das im Laufe seiner Geschichte immer wieder Veränderungen erfahren hat.

Das limnologische Monitoring dient dazu, die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die physikalisch-chemischen Verhältnisse und die aquatischen Lebensgemeinschaften zu dokumentieren.

Im Rahmen der Nationalpark-Forschung finden seit vielen Jahren fischökologische Untersuchungen mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung statt. Während in den letzten Jahren die Dokumentation der Fischbestände am Schilfrand und im inneren Schilfgürtel sowie die Erfassung von Langzeittrends im Vordergrund standen, setzt das aktuelle Forschungsprogramm wieder einen stärkeren Schwerpunkt auf den offenen See.

Dabei geht es einerseits um eine Beschreibung der Nahrungsbeziehungen in der Freiwasserzone, andererseits soll der Zander stärker ins Blickfeld gerückt werden. Dieser mit dem Flussbarsch verwandte Raubfisch steht an der Spitze der aquatischen Nahrungspyramide und zugleich im Zentrum der fischereilichen Nutzung; über seine Biologie im Neusiedler See ist im Grunde nur wenig bekannt.

Folgende Fragen sollen im Rahmen des Monitorings geklärt werden:

  • Wie ist die Bestandssituation der wichtigsten Fischarten in der Freiwasserzone des Neusiedler Sees?
  • Welche Rolle spielen Fische im offenen See in Hinblick auf jüngste Änderungen im Trophiezustand und in den Planktongemeinschaften?
  • Welche Rolle spielt der Zander als wichtigste fischereilich genutzte Art im Ökosystem?

Die Befischungen finden am Schilfrand mittels Elektro-Aggregat sowie im Freiwasser mit Multimaschen-Kiemennetzen und Schubnetz (zur Erfassung von Jungfischen) statt. Ergänzend werden Altersanalysen und Nahrungsanalysen des Zanders durchgeführt.