Interreg-Projekt Vogelwarte (2013 – 2015)

Birdwatching stellt eine wesentliche Facette im Naturtourismus in den benachbarten Nationalparken Neusiedler See – Seewinkel (AT) und Fertö – Hansag (HU) dar. Um das Angebot weiter auszubauen, hatte die Biologische Station Neusiedler See gemeinsam mit beiden Nationalparken das transnationale „Projekt Vogelwarte“ initiiert.

Bis 2013 war die Vogelforschung notdürftig in der Werkstatt und im Bootshaus der Biologischen Station untergebracht. Dies wurde durch das Projekt geändert. Einerseits sollte die Infrastruktur für Vogelbeobachtung und angewandte Vogelforschung in Österreich und Ungarn verbessert, ausgebaut und aufeinander abgestimmt werden, andererseits sollte eine gezielte Wissensvermittlung Amateuren und Profis die aktuellen Anforderungen innerhalb von Monitoring-Programmen und Forschungsprojekten darlegen. Neben neuen und verbesserten Beobachtungseinrichtungen (z.B. durch Hochstände) wurden auch die beiden Vogelberingungszentren an der Biologischen Station in Illmitz und an der „Esterhazy Madarvarta“ im ungarischen Hansag umgebaut bzw. renoviert, um der angewandten Wissenschaft ein entsprechendes modernes Arbeitsumfeld zu bieten.

Eine Broschüre in Deutsch und Ungarisch gab Aufschluss über die lokale Beobachtungsmöglichkeit aller im Gebiet vorkommenden Vogelarten. Neben zwei ornithologischen Kursen, in denen sowohl Basiswissen vermittelt als auch Forschungsmethoden trainiert wurden, wurde auch die Web-Datenbank „ornitho.at“ für die Region Seewinkel – Neusiedler See – Hansag entsprechend angepasst. Ein umfassendes elektronisches Informationssystem mit einer virtuellen Bibliothek sollte für jedermann einen einfachen Zugang via Internet zur einschlägigen Literatursuche bieten.

Das gesamte Projekt wurde 2013 bis März 2015 umgesetzt. Es hatte einen Umfang von knapp EUR 700.000.- und wurde zum überwiegenden Teil durch Mittel der EU gefördert. Die freie Website „ornitho.at“ bot bzw. bietet sowohl dem Laien als auch dem Profi die Möglichkeit, eigene Daten zu melden bzw. in die bestehende Datenbank Einblick zu nehmen. Bereits nach einem Monat waren über 100.000 Datensätze eingespielt worden (Stand Mitte Juni 2013).